Kosten sparen mit Open Source Software

 

Gerade für Existenzgründer kann die Anschaffung neuer Software häufig eine teure Angelegenheit sein. Ein Betriebssystem für den Rechner, Office-, E-Mail-, Grafik-, Projektmanagement-Software, usw.. Die Liste läßt sich beliebig verlängern. Mit gezieltem Einsatz von Open Source Software lassen sich massiv Kosten einsparen. Wir möchten Existenzgründern einen fundierten Einstieg in diese doch komplizierte Thematik geben. Nur so können wirklich Kosten eingespart und Fehler bei der Anschaffung und Nutzung vermieden werden.

 

Inhaltsverzeichnis


Was ist Open Source genau?
Wer hat den Begriff festgelegt?
Die Definition von Open Source
Welche Software darf sich Open Source nennen?
Geschichte von Open Source
Die Philosophie von Open Source Software
Vorteile von Open Source Software
Nachteile von Open Source Software
Die verschiedenen Lizenzmodelle
Ausgewählte Open Source Software
Links

 


 

Was ist Open Source genau?


Der Unterschied zwischen herstellergebundener (kommerzieller) Software und Open Source Software ist der, dass der Quellcode der Open Source Software offen (engl. Open) und frei zugänglich ist. Der Quelltext einer Software ist der von einem Softwareentwickler geschriebene Text in einer bestimmten Programmiersprache wie z.B. „Java“ und ist ein vom Menschen lesbares Format, das so genannte ASCII-Format (American Standard Code for Information Interchange), kodiert. Nach Fertigstellung des Quelltextes wird dann eine Kompilierung in die Prozessorsprache durchgeführt. Die kompilierte Software ist die ablauffähige Software auf dem Computer.

Wird also der Quelltext einer Software offen gelegt, so bedeutet das, dass der Anwender den Quelltext der Software dann auch beliebig verändern, weitergeben und veröffentlichen darf.

Zusammenfassung:

  • Der Quelltext ist in einem vom Menschen lesbaren Format geschrieben.
  • Die Software kann vom Anwender verändert und dann auch in veränderter Form weitergegeben werden.
  • Die Software kann beliebig oft kopiert, verbreitet und angewendet werden.

Eine genaue Definition von Open Source Software ist in der Open Source Definition (OSD) der Open Source Initiative (OSI) www.opensource.org nachzulesen. Entspricht eine Software genau diesen drei Regeln, so ist diese nach der Open Source Initiative eine Open Source Software.
Kommerzielle Software ist dagegen vom Anwender nicht veränderbar. Der Quelltext ist weder prüfbar noch einsehbar. Eine Weitergabe der Softwarelizenz ist verboten.


 

Wer hat den Begriff festgelegt?


Der Begriff "Open Source" wurde in einem Brainstorm-Meeting festgelegt. Mit "Open Source" sollte der Begriff "freie Software" ersetzt werden.
Der wichtigste Hintergedanke bei Open Source ist, den Software Quellcode nicht nur zu lesen, sondern auch zu verändern und dann auch anderen zugänglich zu machen.
Damit sich eine Software „Open Source“ nennen darf, muss die Lizenz, unter der sie veröffentlicht wird, alle Forderungen der Open Source Definition erfüllen.

Geschützt ist der Begriff Open Source nicht. Manche Hersteller, die ihr Produkt als quelloffen bewerben, stellen Bedingungen an das Offenlegen des Quellcodes oder tun dies nur gegen Bezahlung. Das Unternehmen Microsoft prägte mit seinen "Shared Source-Lizenzen" eine eigene Variante, die nur in manchen Fällen den Einblick in den Quellcode erlaubt, Änderungen aber verbietet.


 

Die Definition von Open Source


  1. Freie Weiterverbreitung
    Eine OS-Lizenz darf keine Lizenzgebühren oder andersartige Beiträge verlangen.
  2. Quellcode muss enthalten sein
    - Das Programm muss Quellcode beinhalten und sowohl die Verbreitung als Quellcode als auch in kompilierter Form gestatten.
    - Absichtlich verwirrender Quellcode ist nicht erlaubt.
  3. Veränderung und Verbereitung des Programms und der auf dem Programm basierende Werke unter den gleichen Lizenzbedingungen muss gestattet sein.
  4. Unversehrtheit des Originalcodes
    Die Lizenz muss ausdrücklich die Verbreitung von Software erlauben, die mit verändertem Quellcode erstellt wurde.
  5. Keine Diskriminierung von einzelnen Personen oder Gruppen. Um das Maximum herauszuholen, müssen möglichst viele verschiedene Personen das Recht haben, zu Open-Source Software beizutragen.
  6. Keine Einschränkungen für bestimmte Anwendungsbereiche
    Darf beispielsweise nicht die kommerzielle Nutzung oder die Benutzung in der Genforschung verbieten
  7. Die zum Programm gehörigen Rechte müssen für jeden gelten, ohne daß eine weitere Lizenz beachtet werden muss
    - soll verhindern, dass durch indirekte Mittel, wie das Verlangen eines Einverständnisses für die Weitergabe, die Software nicht wirklich frei ist.
  8. Lizenz darf nicht für ein bestimmtes Produkt gelten.
  9. Lizenz darf andere Software nicht beeinträchtigen.

Infos unter www.opensource.org/docs/osd


 

Welche Software darf sich Open Source nennen?


  • Die Software muss unter einer Lizenz veröffentlicht werden, welche die Kriterien der Open Source erfüllt.
  • Jeder hat das Recht, die Software nach eigenem Ermessen zu nutzen, das schließt kommerzielle Nutzung ausdrücklich ein.
  • Jeder hat das Recht, die Software zu modifizieren und in modifizierter Form weiter zu verteilen.

Open Source bedeutet nicht nur die Offenlegung von Quelltexten in der Software-Industrie, sondern auch eine durch das Internet geprägte und beschleunigte Entwicklung, die den Begriff des "geistigen Eigentums" im Sinne einer exklusiven Nutzung von Ideen generell in Frage stellt.
Richard Stallman wehrt sich gegen eine rein technische Betrachtung von Open Source. Seiner Meinung nach geht es nicht nur darum, in den Quellcode gucken zu dürfen, sondern auch dass der Anwender die Freiheit hat mit einem Programm machen zu dürfen was er will.

Die Fürsprecher freier Software sehen in offenen Quellen eine Garantie für Software-Qualität.

Kostenlose Software ist eher nicht frei, wenn es verboten ist, sie weiterzugeben und der Quellcode nicht offen gelegt ist.

Open Source bedeutet nicht kostenlos. Es dürfen zwar für die Software in der strengsten Auslegung keine Lizenzgebühr erhoben werden, jedoch kann für eine Vervielfältigung durchaus Geld verlangt werden. Auch für zusätzliche Angebote kann ein Anbieter Geld verlangen. So können sich einige Linux-Distributoren wie Xandros oder Mandrake finanzieren, die das Betriebssystem als so genannte "Boxed-Version" auf Datenträgern mit Support und Handbüchern verkaufen.
Ein weiter Ansatz ist die sogenannte "Doppellizenzierung" eines Produkts ("dual-licensing"), wie es zum Beispiel der schwedisch-amerikanische Datenbank-Spezialist "MySQL AB" mit dem Datenbank-Produkt macht. Das Unternehmen stellt die Software in einer freien Version unter der GPL zur Verfügung, bietet aber den gleichen Funktions-umfang auch als kommerzielle Variante mit Gewährleistung und Support und zusätzlich die Möglichkeit, die Datenbank in eigene, proprietäre Lösungen zu integrieren.


 

Geschichte von Open Source


Alles begann mit dem Betriebssystem "Unix" in den frühen 1960er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Aus „Unix“ sollte dann in den 1990er Jahren das erste freie Betriebssystem „Linux“ entstehen.

1969: Ken Thompson und Dennis Ritchie entwickeln das erste UNIX in den AT&T Bell Telephone Laboratories. Durch bestimmte Änderungen im Bereich der Telekommunikation konnte das Unternehmen AT&T die Entwicklung von "Unix" nicht kommerziell nutzen. Aus diesem Grund wurde das Betriebssystem "UNIX" als Lizenz gegen einen geringen Geldbetrag an Universitäten abgegeben. AT&T stellte dafür aber keinen Support, keine Fehlerbereinigungen. Die Universitäten mussten deshalb selbst Hand anlegen und das "Unix" weiterentwickeln. Das „Usenet“ wurde als Support-Netzwerk verwendet. Die University of Berkley koordinierte den Support und entwickelte aber das Unix selbst unter dem Namen "BSD" (Berkley Software Distribution) weiter.

1984: AT&T konnte am Unix weiterentwickeln und erhöhte die Preise der Unix-Lizenzen, außerdem wurde der Quellcode der AT&T Unix-Software wieder unter Verschluss gebracht. Viele Softwareentwickler konnten so die freie Unix-Software nicht mehr weiterentwickeln. Richard Stallman gründete das GNU-Projekt (GNU is not Unix). Es sollte ein Unix-ähnliches Betriebssystem geschaffen werden, das komplett aus freiem und offenem Software-Quellcode bestehen.

1990: Die ersten ISPs (Internet Service Provider) entstanden und stellten einen Zugang zum Internet zur Verfügung. Viele EDV-Spezialisten konnten somit an freien Software-projekten mit entwickeln und machten freie Softwareprojekte publik.

1991: Der finnische Student "Linus Torwald" arbeitete am Betriebssystem "Minix" von Andrew Tanenbaum. Linus Torwald fand Minix zu schwach und entschied, ein neues und besseres Betriebssystem auf der Basis von Minix zu entwickeln. In kurzer Zeit einstand das Betriebssystem "Linux" und sollte ein Meilenstein in der Computergeschichte werden. Linus Torwald machte Linux selbst bekannt und rief zu weiteren Codebeiträgen auf, die wiederum von ihm verteilt wurden. Auf diese Weise entstanden weitere freie Computerprogramme wie "Apache", "Samba", "Bind" und "Python".

Seit 1998 gibt es offiziell den Begriff "Open Source Software" und wurde als Markenzeichen eingetragen. Das Unternehmen "Netscape" entschied, die nicht mehr wirtschaftlich genutzte Netscape Browser-Software der Softwareentwickler-Gemeinde komplett frei zur Verfügung zu stellen. Die Browser-Software hatte ein technologisch hervorragendes Fundament und sollte trotz des noch fehlenden Erfolges (der größte Konkurrent war damals Microsoft mit dem Internet-Explorer) weiter entwickelt werden. Aus dieser Quellcode-Freigabe entstand dann das bekannte "Mozilla-Projekt". Open Source Produkte wie der "Mozilla Firefox" Internet-Browser sind daraus entstanden.
Seit 1998 entstanden viele weitere Open Source Software Projekte wie z.B. "OpenOffice" und konnten sich immer mehr im hart umkämpften Markt behaupten.

Heute ist Open Source Software nicht mehr weg zu denken und erfreut sich großer Beliebtheit. Viele Open Source Softwareprodukte haben technologisch und in der Funktionsvielfalt kommerzielle Produkte überholt und werden in viel kürzerer Zeit weiterentwickelt. Das beste Beispiel ist der Mozilla Internet-Browser "Firefox".


 

Die Philosophie von Open Source Software


Die Idee von "freier Software" entwickelte sich aus dem Bedürfnis vieler Programmierer, vorhandene Software nach den eigenen Anforderungen weiterentwickeln zu können. Dazu fehlte aber der kommerziellen Software technisch der Quellcode, der zur Änderung und Weiterentwicklung von bestehender Software erforderlich ist, und rechtlich die Erlaubnis der Rechtsinhaber, die gekaufte Software zu verändern.

Das Privileg des geistiges Eigentums bekommt der Programmierer als Entlohnung für seine Arbeit. Dieses Privileg soll durch Open Source aufgebrochen werden, um so den freien Austausch von Informationen zum Wohle der Gemeinschaft zu gewährleisten. Man geht davon aus, dass ein Programmierer ohne materielle Entlohnung, allein für den Ruhm der mit dem Kodieren eines Programms verbunden ist, arbeitet. Ein Programmierer sieht es außerdem als kreative geistige Weiterentwicklung in Bezug auf seine Programmiertätigkeit.

Aus der Urheberschaft an Software soll kein Vorteil entstehen. Die Programmierer sehen die Möglichkeit, durch gelungene Problemlösungen in der Softwareentwicklung bekannt zu werden.


 

Vorteile von Open Source Software


  • Es fallen keine Lizenzkosten für den Anwender an. Es können somit Kosten gesenkt werden.
  • Die Qualität von Open Source Software ist oft höher als bei kommerzieller Software (Beispiel: Linux-Betriebssystem für Computer, Apache-Webserver).
  • Die Software kann extrem schnell angepasst werden. Da oft weltweite Entwicklung, können hohe Synergieeffekte enstehen.
  • Der Quellcode der Open Source Software kann oft wiederverwendet werden, was dann Entwicklungszeit einspart.
  • Open Source Software ist von Anbietern unabhängig.
  • Open Source Software gibt es meist für alle Betriebssysteme (MS Windows, Linux, Unix und Mac).
  • Die Sicherheit ist oft höher, da viele Entwickler bei aufgetretenen Sicherheitslücken diese auch schnell wieder schließen können.
  • Dateiformate und Datenaustauschstandards sind offen gelegt, dadurch ist die Open Source Software besser kompatibel zu anderen Software-Produkten.

 

Nachteile von Open Source Software


  • Die Weiterentwicklung ist bei manchen Open Source Produkten nicht gesichert.
  • Der Support ist oft von den Entwicklern nicht gegeben. Drittanbieter treten im Bedarfsfall an ihre Stelle.
  • Die Anwender von Open Source Software können in der Regel keine Haftungs- und auch keine Gewährleistungsansprüche geltend machen.
  • Für einige Anwendungen gibt es keine Open Source Software.

Es kann gesagt werden, dass die Vorteile von Open Source Software eindeutig überwiegen. Die aufgeführten Nachteile werden in Zukunft sogar immer mehr aufgehoben.


 

Die verschiedenen Lizenzmodelle


Public Domain Software
Public Domain hat ihre Ursprünge an den Universitäten in den USA. Die Universitäten entwickelten auf vom Staat finanzierten Computern Software.

An diese Finanzierung geknüpft war die Bedingung, die so entstandenen Programme der Allgemeinheit unentgeltlich (Sie waren ja bereits vom Staat aus Steuermitteln bezahlt worden!) zur Verfügung zu stellen, als Public Domain-Software (Public Domain auf deutsch: Allgemeingut oder auch "gemeinfreie Werke"). Eine andere Quelle aus der die Public Domain gespeist wurde, waren Programme, deren Urheberrechte verfallen waren.

Zusammenfassung
Public Domain "bedeutet im wesentlichen, dass der Autor auf jeglichen Einfluss auf sein Werk verzichtet. Der im Deutschen am ehesten vergleichbare Begriff ist der der Gemeinfreiheit, sie bedeutet, dass jeder alles damit machen kann."

Der Urheber tritt alle Rechte an die Allgemeinheit ab. Jeder kann also an der Software Änderungen vornehmen. Es ist aber im Gegensatz zur Open Source Software nicht zwingend notwendig, den Quelltext der Software zu veröffentlichen.

Freeware
Freeware ist eine Software, bei dem der Urheber der Allgemeinheit ein umfassendes kostenfreies Nutzungsrecht und eine Weiterverbreitung einräumt. Der Autor kann jedoch beliebige andere Lizenzbestimmungen aufstellen. Die Veröffentlichung des Quelltextes ist nicht unbedingt erforderlich und wird auch in den meisten Fällen nicht gemacht. Es wird eine Änderung der Software sogar meistens verboten.

Shareware
Shareware ist keine eigene Art von Software. Sie dient eher der Vermarktung für kommerzielle Softwareprodukte. Der Anwender erhält eine komplett funktionsfähige Version der Software und kann diese eine bestimmte Zeit (z.B. 30 Tage) testen. Möchte er sie dann weiter benutzen werden Lizenzgebühren fällig.

Open Source Lizenzen
Es existieren derzeit ca. 200 Open-Source-Lizenzen!

Copyleft
Wichtig für die Kategorisierung von Open-Source-Lizenzen ist der von Richard Stallmann geprägte Begriff "Copyleft" in Anlehnung an das Copyright, das die Verbreitung von Daten nur dem Urheber erlaubt.
Copyleft besagt, dass sämtliche Änderungen und Weiterentwicklungen einer Open-Source-Software nur unter der gleichen Lizenz als freie Software weitergegeben werden dürfen. Allerdings gibt es neben Lizenzen, die keine Abweichung von diesem Prinzip erlauben (starkes Copyleft), jedoch auch weniger strenge (schwaches Copyleft) und andere, die komplett auf das Copyleft verzichten.

Starkes Copyleft
Für alle Änderungen am Quellcode der Software gelten dieselben Lizenzbe-dingungen wie für den Original-Quellcode. Somit wird erreicht, dass einmal als Open Source freigegebener Quellcode frei bleibt und nicht ein proprietäres Produkt entstehen kann, dessen Quellcode nicht einsehbar ist.
Ein bekannter Vertreter dieser Art des strengen Copyleft ist "GNU General Public License" (GPL) der FSF. Sie erlaubt dem Anwender die Verwendung, Modifikation und Weitergabe des Quellcodes, solange den Empfängern dieselben Rechte eingeräumt werden. Änderungen gegenüber dem Originalcode müssen explizit gekennzeichnet werden. Eine Weitergabe in Binärform setzt voraus, dass der Quellcode entweder beiliegt oder jederzeit zur Verfügung steht.
Die GPL enthält zudem einen Haftungsausschluss, gibt dem Vertreiber die Möglichkeit, für die Software gegen Entgelt eine Garantie anzubieten. Wer gegen die Bestimmungen der GPL verstößt, verliert sämtliche durch sie gewährte Rechte und verstößt gegen das Urheberrecht, wenn er die Software weiter gibt.

Schwaches Copyleft
Unter die GPL gestellte Software lässt sich nicht in proprietärer Software verwenden. Steht zum Beispiel eine Systembibliothek unter der GPL, so muss jedes Programm, das gegen sie gelinkt ist, ebenfalls der GPL unterstellt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um statisch einkompilierten oder zur Laufzeit hinzugelinkten Code handelt.

Gerade für diesen Anwendungsfall – und um die Verbreitung freier Bibliotheken zu fördern – hat die FSF mit der GNU Lesser General Public License (LGPL) eine abgeschwächte Copyleft-Lizenz ins Leben gerufen. Sie gestattet das Zusammenlinken und so die Kombination von proprietären und freien Binär- (nicht aber Quell-)Code.

Ursprünglich stand das erste "L" im Namen für "Library" (Bibliothek). Die FSF ämnderte die Bezeichnung später in "Lesser" (weniger). Mit der Änderung im Namen wollte die Stiftung ein Signal abgeben und Softwareentwickern den Einsatz der GPL, statt der schwächeren LGPL, nahe legen.

Bis auf das weniger starke Copyleft ist die Lizenz der GPL sehr ähnlich. Im Rahmen der Aktualisierung der FSF-Lizenzen soll die nächste Version der LGPL nicht mehr als eigenständige Lizenz, sondern als Zusatzvereinbarung zur GPL ausgedrückt werden. Ebenfalls ein schwaches Copyleft beinhaltet die aktuelle Mozilla Public License (MPL) Version 1.1. Änderungen an bestehendem Code unterliegen dem Copyleft und müssen der MPL unterstellt werden. Unabhängige Erweiterungen der Software und Software-Neuentwicklungen dürfen unter einer anderen, auch proprietären Lizenz verteilt werden.

Kein Copyleft
Eine "None Copyleft Lizenz" schreibt keine Weitergabe-Bedingungen für die Änderungen und Weiterentwicklungen der Software vor. Es wird lediglich einen Copyright-Hinweis und Haftungsausschluss vorgeschrieben. Bekannte Beispiele sind die an der Berkeley University in Kalifornien entwickelte BSD-Lizenz (BSD = Berkeley Source Distribution), die im Prinzip eine beliebige Nutzung der Software erlaubt, sondern beispielsweise auch die Apache-Lizenz der gleichnamigen Stiftung, die der BSD-Lizenz recht ähnlich ist. Sie gilt für alle unter dem Dach der Apache Software Foundation vereinten Projekte und verbietet die Veröffentlichung von abgeleiteter Software unter dem Namen Apache ohne explizite vorherige Genehmigung der Stiftung. Zusammenfassend sei gesagt, dass die GPL-Lizenz fast drei viertel aller Open Source Lizenzen ausmacht. Weitere Open Source Lizenzen sollen in diesem Artikel nicht beschrieben werden, da es den Rahmen des Artikels sprengen würde. Die Open Source Initiative (OSI) hat auf ihrer Website eine Liste der mit der Open Source Definition vereinbaren Lizenzen bereit gestellt (www.opensource.org/licenses).


 

Ausgewählte Open Source Software



 

Links


Wikibook: Open-Source im Unternehmen

www.opensource.org Open Source Initiative
www.ifossf.org International Free and Open Source Software Foundation (iFOSSF)
www.fsf.org Free Software Foundation
www.opensource-fuer-windows.de Open Source für Windows
opensource.yeebase.com Das Verzeichnis für freie Software
www.opensourcejahrbuch.de das Open Source Jahrbuch
www.gnu.org/home.de.html Offizielle Website von GNU
www.apache.org Apache Software Foundation www.mozilla.org Mozilla Projekte
sourceforge.net Open Source Software finden und entwickeln